Klarheit

Das Klarheitsbarometer

„Eigentlich hört mein Hund.“ „Eigentlich ist ja alles gut.“ „Eigentlich bin ich zufrieden.“ Wenn ich diese Worte höre, erwarte ich jedes Mal ein „Aber“ im Anschluss.

  • „Eigentlich ist ja alles gut, aber irgendwie fühl ich mich gerade total ausgelaugt.“
  • „Eigentlich bin ich zufrieden, aber manchmal würde ich am liebsten alles stehen und liegen lassen.“
  • „Eigentlich hört mein Hund, aber heute ist irgendwie der Wurm drin.“

Kennst du solche Aussagen? Ich würde behaupten sie gehören zum Alltag eines fast jeden Menschen. Warum verwenden wir so gerne das Wort eigentlich? Ganz einfach – es ist unklar und gibt uns dadurch einen ziemlich großen Spielraum, was wir letztlich sagen und was nicht. Denn eine klare Aussage gibt es hier nicht. Menschen, die das Wort eigentlich verwenden haben noch viele weitere Wörter im Portfolio, die in die gleiche Kerbe schlagen. Packen wir einmal alle auf den Tisch:

Eigentlich kommt selten allein

  • Relativ – „Das klappt schon relativ gut!“
  • Etwas – „Das könntest du etwas besser machen.“
  • Manchmal – „Es wäre schön, wenn du manchmal…“
  • Ein bisschen – „Bitte gib mir ein bisschen früher Bescheid.“
  • Vielleicht – „Das könntest du vielleicht anders machen.“

Und jetzt alle zusammen: „Eigentlich ist das schon relativ gut, aber manchmal könntest du es vielleicht ein bisschen besser machen.“ Na, wie hört sich das an?

Im Coaching frage ich meine Kunden jedes Mal nach ihrem Ziel. Eins der genannten Worte – nennen wir sie gerne Weichmacher – ist fast immer dabei. Jemand möchte gerne etwas selbstbewusster sein oder vielleicht ein bisschen mutiger im Alltag. Warum nicht einfach mutig im Alltag? Warum nur ein bisschen? Der große Unterschied liegt in der Verpflichtung. Wenn ich nur ein bisschen selbstbewusster werden möchte, und es gelingt mir nicht, ist das Scheitern auch gar nicht so schlimm, weil es sollte ja eh nur ein bisschen werden. Gleichzeitig muss ich mich für ein bisschen Veränderung viel weniger anstrengen. All diese Weichmacher sind ein hervorragender Selbstschutz für uns. Wir müssen nicht zugeben, dass wir eine Sache nicht können, sondern relativieren es einfach. Dadurch verhindern wir Scham und schützen uns nach außen hin.

Klingt an sich sehr sinnvoll! Unsere Wortwahl beeinflusst jedoch auch unsere innere Haltung. Sage ich also, dass ich mich nur ein bisschen verändern will, setze ich auch dort meine Erwartungshaltung an das Ergebnis an. Ich arbeite also deutlich unter meinem Potenzial und schöpfe nicht aus den Vollen.

Was kannst du tun?

Formuliere deine Wunschvorstellung – klar und deutlich. Was möchtest du für dich? Was möchtest du für dein Umfeld? Was möchtest du für dein Team? Wollt ihr etwas besser sein oder richtig gut? Soll dein Hund vielleicht ein bisschen mehr auf dich achten oder wünscht du dir eine richtig enge Bindung? Sag was du wirklich willst – erst dann kannst du dein Ziel auch wirklich verfolgen und vor allem erreichen.

Ich wünsche dir dabei viel Erfolg und stehe dir gerne zur Seite!

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