Wer spiegelt dich?

Kennst du so Tage, an denen einfach nichts so richtig funktionieren will? Das Aufstehen war morgens schon anstrengend, dann verschüttest du deinen Kaffee in der Küche, das Brötchen fällt auf den Boden und landet ernsthaft auf der belegten Seite und dein Hund weigert sich ins Auto zu springen. Ein Traum!

Anstatt uns bei einem solchen Tagesstart zu fokussieren und zu überlegen: „ Was geht da heute in mir vor?“, werden wir wütend und halten uns an dem Gedanken fest: „Manche Tage sind einfach blöd!“ oder sowas wie „Ich bin mit dem falschen Fuß aufgestanden!“ Derartige Sätze kann ich mir gerne häufig den ganzen Tag aufsagen, ändern leider nichts an meiner Tagesqualität und auch nichts an meiner Emotion in dem Moment.

Was kannst du tun?

An erster Stelle steht das Erkennen, also die Reflektion und Erkenntnis, was da gerade stattfindet. Am obigen Beispiel würde das bestenfalls schon beim verschütteten Kaffee stattfinden, indem ich bewusst erkenne: „ Ich werde gerade hektisch und ärgere mich.“ Also setzte ich mich für 3 Minuten in Ruhe hin, trinke genussvoll und achtsam einen Schluck aus meiner Tasse, atme tief durch und nehme mir vor in genau dieser Gelassenheit meinen Tag fortzusetzen. Jetzt kommt bestimmt der Einwand „Ich habe dafür keine Zeit!“. Tja, dann musst du wohl deine Prioritäten gerade neu setzen, denn die Zeit, die du dir hier nicht nimmst, wirst du an anderer Stelle doppelt und dreifach bezahlen müssen. Schauen wir uns dafür den Morgenstart noch einmal im Detail an:

  • 1. Aufgestanden und 10 Sekunden geärgert.
  • 2. In der Küche den Kaffee verschüttet und 2 Minuten geputzt.
  • 3. Durch weitere Hektik das Brötchen fallen lassen – vom Boden aufgehoben und 2 Minuten geputzt sowie 5 Minuten für das neue Brötchenschmieren aufgewendet.
  • 4. Verärgert zum Auto gegangen und 4 Minuten mit dem Hund diskutiert, der nicht einsteigen will.

In Summe: Mindestens 10 Minuten, die ich mit Ärger verbracht habe. Schauen wir jetzt noch einmal auf die Antwort „Dafür habe ich keine Zeit!“ wird die Abwägung doch deutlich leichter, oder? 10 Minuten mit den Folgen von Hektik und Ärger verbringen oder 3 Minuten für einen ruhigen Start in den Morgen investieren? Für mich sind Kosten und Nutzen da ziemlich eindeutig!

Was sagt dein Spiegelbild?

Das schwierigste ist sicherlich der erste Schritt: zu merken, dass ich gerade nicht bei mir bin und mich von äußeren Umständen stressen lasse. Der erste Moment, wo du das sehr gut erkennen kannst, ist beim Zähneputzen. Schau doch bewusst auf dein Spiegelbild und frage dich: Bin ich gerade fröhlich, genervt oder müde? Ein toller Effekt ist es einfach mal bewusst zu lächeln und dich von dem freudigen Gefühl, das dabei in dir hoch kommt anstecken zu lassen. Ein Spiegel ist aber nicht dein einziges Spiegelbild. Mensch und Hund erweitern deine Möglichkeit auf Resonanz ungemein!

Im obigen Beispiel wollte dein Hund nicht in den Kofferraum springen. Nur mal angenommen, dass er sonst ohne Probleme reinspringt: Woran liegt es dann, dass er genau jetzt bockt? Exakt – er spiegelt deine starken Emotionen, und Druck und Ärger führen bei vielen Hunden zu Rückzug, bei anderen zu Aufgedrehtheit und ebenfalls Hektik. In jedem Fall kann dein Hund, aufgrund deiner Emotionen, nicht so gelassen wie sonst reagieren. Dein Hund ist somit ein ganz hervorragender Spiegel im Alltag – aus meiner Sicht sogar der Beste, den es gibt. Beobachte also den Tag über gerne das Verhalten deines Hundes und schließe daraus, auf deine eigenen Gefühle. Bist du zufrieden mit euch? Prima! Bist du es nicht? Atme tief durch und ändere deine innere Haltung. Mit seiner Körpersprache und seinem Verhalten sagt dein Hund dir sekündlich wo du gerade stehst und gibt dir die Möglichkeit dich zu verändern.

Wie ist es mit Menschen?

Springst du morgens noch beim Bäcker rein oder hältst auf dem Arbeitsweg zum Tanken begegnen dir Menschen. Auch hier wirst du wunderbar gespiegelt. Bist du gut gelaunt und lächelst, bekommst du meistens ein Lächeln zurück. Bist du hektisch und wütend, wirst du eher sachlich und kurz ab bedient. Und mit deinen Kollegen ist es oft nicht anders: Bist du genervt, lassen sie dich eher in Ruhe. Bist du gut gelaunt, wirst du in ein Gespräch involviert. Was also ist dir im Alltag lieber?

Reflektion: Das A und O

Nutze täglich mehrmals einen kurzen Körperscan und frag dich: Wie geht’s mir gerade? Welche Emotionen kommen in mir hoch? Was fehlt mir? Eine Minute in dich reinzuhorchen, kann aus einem miesen Tag noch etwas ganz Wundervolles machen! Probiere es einfach mal aus und lass dich überraschen.

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