Führung nach Corona – nach dem Spiel ist vor dem Spiel oder wie war das, Sepp?

Das bekannte Zitat von Sepp Herberger wird bei Corona wohl kaum Anwendung finden, da wir so ein Spiel noch nicht hatten. Und auch wenn allmählich auf dem Arbeitsmarkt wieder „Normalität“ einkehrt, so hat sich in den letzten Monaten Vieles verändert – vor allem in den Köpfen unserer Mitarbeiter.

Die Belegschaft hat erstmalig gesehen, wie stark oder auch schwach ein Unternehmen ist. Welchen Stellenwert die Menschen gegenüber Unternehmenserfolg haben und wie schnell oder auch langsam Kurzarbeit in Anspruch genommen wurde. Wie hoch die Abhängigkeit von internationalen Märkten ist und wie mit Engpässen umgegangen wird.

Trotz des Knockdowns befanden sich einige Branchen nach wie vor im sommerlichen Hochbetrieb. Hier gab es keine bis wenig Kurzarbeit. Hier kamen die Mitarbeiter nach wie vor in den Betrieb. Während die Allgemeinheit sich, vor allem auch auf politische Empfehlung, in den eigenen vier Wänden aufhielt und dadurch in Sicherheit wog, setzten sich zahlreiche Mitarbeiter im Betrieb einem erhöhten Risiko aus. Viele sicherten sich dadurch ihr Einkommen und wollten Kurzarbeit umgehen. Aber ob sich alle dabei wohl und sicher fühlten bleibt sicherlich im Raum stehen. Zeitgleich etablierte ein Großteil der Unternehmen das Arbeitszeitmodell Home-Office. Ohne große Vorbereitung war häufig „einfach mal machen“ die Devise. Ob der Mitarbeiter zu Hause die notwendigen Voraussetzungen hatte (Bürozimmer, Bürostuhl, Bürotisch, Ruhe, etc.) stand vorerst nicht im Fokus, denn es ging darum den Betrieb aufrecht zu halten.

Hau-Ruck-Maßnahmen…

Viele Hau-Ruck-Maßnahmen waren nötig und der Situation auch angemessen. Nachdem Corona allmählich abklingt, gilt es Resonanz zu ziehen, welche Maßnahmen auch für die Zukunft geeignet sind und welche möglichst rasch überarbeitet oder wieder abgeschafft werden müssen. Ganz oben auf der Liste der Resonanz steht die Aufgabe der Führungskräfte und diese fällt diesmal ziemlich herausfordernd aus.

Seien Sie wertschätzend!

In erster Linie gilt es Danke zu sagen und das am Besten wortwörtlich. „Danke für deinen Einsatz in den letzten 4 Monaten.“ „Danke, dass du durchgehalten und mitgemacht hast – ohne dich hätten wir den Laden nicht am Leben halten können.“ „Danke für deine Ideen und Vorschläge, wie wir unsere Kunden bestmöglich weiterhin bedienen können.“ „Danke, dass du auf dich aufgepasst hast und gesund geblieben bist.“ „Danke für deinen Einsatz im Home-Office.“ Es gibt so viele Gründe und Wege danke zu sagen – welchen davon nutzen Ihre Führungskräfte? Oder haben Sie persönlich kein Danke für diese außergewöhnliche und äußerst verrückte Zeit erhalten?

Gleiches gilt für die Mitarbeiter, die in Kurzarbeit waren. Ich kenne niemanden, der das gerne gemacht hat. Der gerne auf einen Teil seines (vielleicht notwendigen) Gehalts verzichtet hat. Der gerne hilflos zu Hause gesessen hat und zusehen musste, wie ein Teil unserer Wirtschaft den Bach runter ging. Und damit vielleicht sogar sein langfristiger Arbeitsplatz. Auch diese Menschen verdienen ein Danke und wer kann Ihnen das außer ihrer Führungskraft schon großartig geben?

Geben Sie Sicherheit.

Im nächsten Schritt gilt es Sicherheit zu vermitteln. Wo stehen wir jetzt als Unternehmen? Was hat Corona wirtschaftlich mit uns gemacht und wie rüsten wir uns für die Zukunft? Welchen Druck haben wir unsere Zahlen noch zu erreichen und wie schaffen wir das? An dieser Stelle können Führungskräfte ihre Mitarbeiter wunderbar mit einbeziehen und innovative Ideen erfragen. Ich habe in den letzten Monaten so viele Diskussionen über regionale Beschaffungswege gehört wie noch nie! Lassen Sie Ihre Mitarbeiter daran teilhaben und sich einbringen – das stärkt den Zusammenhalt und macht deutlich, dass gemeinsames Anpacken zu Erfolg führt! Zugleich beruhigt es Ihre Mitarbeiter, da sie transparent wissen, was zu tun ist.

Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern die Richtung an und begleiten Sie Ihre Mannschaft auf dem Weg ans Ziel – sie brauchen eine Perspektive für ihre gemeinsame Zukunft.

Know-Why?

In vielerlei Hinsicht hat Corona auch die Know-why-Frage aufgeworfen und damit die Sinnhaftigkeit geweckt. Wozu gibt es uns? Was ist unser Ziel und unsere Vision? Wieso ist unsere Arbeit wertvoll und warum ist es für den Kunden wichtig, zu uns zu kommen? Wenn Sie als Unternehmen noch keine klare Antwort auf diese Fragen haben, ist jetzt ein wunderbarer Zeitpunkt sich mit dem Thema Werte und Vision zu beschäftigen. Nehmen Sie Ihre Führungskräfte ins Boot, aber hören Sie auch auf die Stimmen aus der Belegschaft. Das Thema liegt gerade eh auf dem Tisch, also schieben Sie es nicht in eine Schublade, sondern packen Sie es an und machen was Gutes daraus!

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